Die Kunst der Ottomanen
Die Kunst der Ottomanen basierte auf den künstlerischen Traditionen der zentralasiatischen, z.T. türkischen Nomadenvölker, vor allem denen der seldschukischen Zivilisation. Dazu kamen byzantinische und christliche Stilkomponenten. Auch Elemente des griechisch-römischen Kulturguts fanden über die frühislamische Kultur Eingang ins osmanische Kunstschaffen und ebenso das Erbe der vorislamischen, altorientalischen Kulturen. Sogar fernöstliches Formgut spielte eine Rolle. Im Laufe der Zeit prägten dann ab dem 12-13. Jh. speziell syrische, ab dem 14.-15. Jh. ägyptische Einflüsse sowie die Wechselwirkungen mit der Kunst des Irans den osmanischen Kunststil. Doch das Ergebnis dieses Prozesses der gegenseitigen Beeinflussung und Aneignung war eine neue Kunst von einmaliger Ausprägung und unverwechselbarer Eigenart.
Das 16. Jh. galt als die “klassische Zeit“ der osmanischen Kunst-Entwicklung. In dieser erreichte die osmanische Kunst ihre charakteristische Ausprägung, deren Ausstrahlung die nachfolgenden Jahrhunderte noch maßgeblich beeinflusste. So waren noch das 17. und der Beginn des 18. Jh., vor allem die sog. Tulpenzeit, Phasen imponierender künstlerischer und kunsthandwerklicher Schöpfungen. Gleichzeitig allerdings, mit der Periode der politischen und ökonomischen Schwächung des Reiches, machte sich ein allmählicher Rückgang der künstlerischen Produktion, später auch ihrer Qualität bemerkbar. Im Laufe des 18. und 19. Jh. verlor die osmanische Kunst nach und nach ihre Eigenständigkeit. Durch die zunehmende Aufnahme europäischer Einflüsse und Anregungen kam es zu Neuinterpretationen des eigenen kulturellen und künstlerischen Erbes.
Donnerstag, 26. April 2007
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